Kleintierpraxis Heidelberg-Rohrbach

Christine Bay

Praktische Tierärztin für Kleintiere und kleine Heimtiere

Rathausstraße 44 • 69126 Heidelberg • Telefon 06221/4337999

Neues zum Notdienst: die Notdienstnovelle!

Liebe PatientenbesitzerInnen,

viele von Ihnen haben es vielleicht in den (sozialen) Medien bereits gesehen und gehört: seit dem 13. Februar hat sich im tierärztlichen Notdienst etwas geändert, und zwar die Form und die Höhe der Abrechnung: ein Tierarztbesuch im Notdienst ist teuer. Aus verschiedenen Gründen, und auch durchaus gerechtfertigterweise. Dennoch ist ein Notdienst oft nicht kostendeckend für Praxen und Kliniken.

Wie sieht also die Abrechnung im Notdienst in Zukunft aus:

Die sogenannte Notdienstnovelle ist nach ihrer Veröffentlichung im Bundesgesetzblatt (BGBl. Teil I Nr. 6 vom 13.2.20) in Kraft und sieht vor, dass zukünftig bei einem Tierarztbesuch außerhalb der Sprechzeiten eine Besuchspauschale von 50,- Euro zuzüglich zur Behandlungsgebühr erhoben wird.
Die Abrechnung der Leistungen muss zum 2 bis 4-fachen Satz der GOT (Gebührenordnung für Tierärzte) erfolgen.

Die Pauschale von 50,- Euro wird pro Kunde erhoben, nicht pro Tier. Kommt also jemand z.B. mit seinen zwei Hunden, die beide eine Infektion haben, so zahlt er einmalig 50,- Euro, nicht 100,-. Von der Tierart ist diese Pauschale unabhängig.

Die Formulierung „außerhalb der Sprechzeiten“ beantwortet bereits die Frage nach Beginn des Notdienstes: er beginnt dann, wenn die Sprechzeiten der Praxis enden. Das bedeutet, hat eine Praxis eine reguläre Samstagssprechstunde, so kann der Tierbesitzer hier zum normalen Tarif sein Tier vorstellen. Ist die Praxis jedoch normalerweise samstags geschlossen, so wird die Abrechnung nach Notdiensttarif und die Pauschale fällig.

Wie wird in meiner Praxis abgerechnet:

Meine Praxis ist Mitglied im Notdienstring (www.tiernotdienst-rhein-neckar.de), in dem sich niedergelassene Tierärzte aus Heidelberg und Umgebung zusammen geschlossen haben um  gemeinsam eine Notversorgung der Tiere sicher zu stellen.

Unter der zentralen Rufnummer  0900-1229955 (falls Sie noch die 0800er-Nummer gespeichert haben- die wird noch einige Zeit gelten, bitte trotzdem bald ändern!) erreichen Sie an Wochenenden und Feiertagen zwischen 9:00 und 19:00 den diensthabenden Tierarzt. Kosten: 1,99 Euro/min.

Über Nacht wird der Notdienst von den Tierkliniken Heidelberg und Frankenthal übernommen.
Für Ziervögel und Reptilien arbeiten wir mit Dr. Britsch in Karlsruhe zusammen, da nicht jeder Tierarzt diese Tierarten versorgt.

Für den Notdienstring gilt die einheitliche Vereinbarung im 3fachen Satz der GOT abzurechnen.
Im Notdienst sollte eine Erstversorgung erfolgen. Es erfolgt eine Rücküberweisung zum Haustierarzt, um am nächsten Werktag die Versorgung hier fortzusetzen.

Medikamente kosten übrigens im Notdienst das gleiche wie in der regulären Sprechstunde – allerdings ist der Notdienst nicht dazu da, mal schnell eine Wurmkur zu holen weil man dann nicht so lange warten muss – es sei denn man zahlt auch hier die 50,- Euro extra drauf... und das möchte wohl niemand.

Der Notdienst sollte wirklich den schwer kranken oder verletzten Patienten vorbehalten sein.
Beispiele hierfür:

  • Hund oder Katze nach Autounfall oder ähnlichem Trauma
  • starker, ev. auch blutiger Brechdurchfall mit schlechtem Allgemeinbefinden
  • krankes Tierkind, das keine Nahrung aufnimmt
  • Atemnot, Schwindel, plötzliche starke Schmerzen oder Lähmungen
  • stark blutende Verletzungen, Fieber
  • Tier kann keinen Urin absetzen

Kein Notfall wäre zum Beispiel:

  • er hat Flöhe, aber gestern hatte ich keine Zeit
  • ich habe die Impfung vergessen und fahre morgen in Urlaub
  • einmalige Erbrechen oder leichter Durchfall bei einem erwachsenen, ansonsten gesunden Tier
  • und ähnliches.

Falls Ihnen die Beispiele mit den Flöhen oder der Impfung komisch vor kommen: ja das hat jeder Tierarzt irgendwann mal sonntags auf der Matte stehen.

Für alle TierliebhaberInnen, die solche Notdienstgebühren in finanzielle Schwierigkeiten bringen: lassen Sie sich doch einmal durch den Kopf gehen, ob sich eine Tierkrankenversicherung für Ihr Tier lohnt!

Es gibt in Deutschland 5 oder 6 verschiedene Anbieter für verschiedene Formen der Tierkrankenversicherung, vom Rundumschutz bis zur reinen OP-Versicherung.

Zu der Frage „brauche ich das?“ würde ich sagen: wie bei jeder Versicherung – das weiß ich, wenn es soweit ist!

Vortrag zum Thema Katzenpsychologie am Samstag, 29. Februar 2020

Vortrag Katzenpsychologie Kleintierpraxis Heidelberg-Rohrbach

9:00 bis voraussichtlich 13:00 Uhr - in den Räumen der Kleintierpraxis Heidelberg-Rohrbach
Rathausstr. 44, 69126 Heidelberg

Inhalt:
Wie „funktioniert“ die Psyche der Hauskatze? Was ist normales Verhalten, was nicht? Warum tun sie was sie tun? Wie wird das Verhalten beeinflusst und wann werden in der Entwicklung der Katze die Weichen gestellt?

Als Hundehalter findet man eine Vielzahl an Vorträgen, Seminaren und Kursen, die man mit dem Vierbeiner besuchen kann.

Doch wer hilft einem die Katze zu verstehen? Wie sieht ein katzengerechter Lebensraum aus?

Der Vortrag möchte helfen, einige Verhaltensweisen unserer Stubentiger besser zu interpretieren und auch zu begreifen, wo vielleicht Ursachen für auffälliges Verhalten liegen können.
Auch auf häufig auftretendes Problemverhalten wird eingegangen.

Selbstverständlich können an die Referentin Rückfragen gestellt werden.

Referentin: Dr. Ines Lauinger, Fachtierärztin für Verhalten (alle Tierarten)
www.seite-an-seite-hundeschule.de

Teilnahmegebühr: 36,- Euro pro Person
(Einführungspreis – das 1. Seminar in unserer Praxis! Weitere werden folgen.)

Aufgrund begrenzter Personenzahl ist die Anmeldung verpflichtend.

Die Mitnahme von Hunden ist nur nach vorheriger Anmeldung und bei katzenneutralen Hunden möglich da die Katze der Referentin anwesend sein wird.

Anmeldung zum Vortrag Katzenpsychologie »

Impfungen gegen das RHD-II-Virus

Impftermin für RHD-II-Impfung für Kaninchen - Kleintierpraxis Heidelberg-Rohrbach

Liebe Kaninchenfreunde,

seit einiger Zeit gibt es immer wieder Todesfälle durch das sogenannte RHD-II-Virus.

Was ist das?
Das RHD-II-Virus ist eine Mutation des bisher bekannten RHD-Virus und Verursacher einer besonders aggressiven Form der Rabbit Haemorrhagic Disease. Betroffene Tiere sterben innerhalb kürzester Zeit, eine Therapie gibt es nicht.
Da das Virus auch über z.B. Futtermittel übertragen werden kann oder auch durch stechende Insekten ist ein Schutz für jedes Tier sinnvoll.

Zum Glück wurde ein Impfstoff gegen diese Erkrankung entwickelt, den wir auch in unserer Praxis anbieten. Zu Beginn haben wir hierfür spezielle Termine angeboten, jedoch führen wir den Impfstoff inzwischen auch als Einzeldosen, die jeder Zeit verarbeicht werden können. So kann Ihr Kaninchen in der regulären Sprechstunde geimpft werden.

Kann die Impfung mit anderen Impfungen kombiniert werden?
Bisher liegen keine negativen Erfahrung vor wenn zeitgleich auch gegen Myxomatose oder das RHD-I-Virus immunisiert wird.

Änderung der TÄHAV – Neue Vorschriften im Umgang mit Antibiotika

Seit dem 1. März diesen Jahres ist die neue Tierärztliche Hausapothekenverordnung (TÄHAV) in Kraft. Diese Gesetzesänderung bedeutet auch Änderungen für Tierbesitzer.

Um was geht es hier eigentlich, was ist neu und wie machen sich die Änderungen für den Tierhalter bemerkbar?

Bei der neuen Fassung der TÄHAV hat es vor allem Änderung bei den Vorschriften über den Umgang mit Antibiotika gegeben.

Leider fehlen in einigen Bereichen bisher noch die Erläuterungen zum Gesetzestext um eine Rechtssicherheit für den behandelnden Tierarzt zu geben; es besteht auch unter Tierärzten noch eine gewisse Verunsicherung wie man am Austausch in Internetforen erkennt.

In der Kleintiermedizin betreffen die Neuerungen vor allem Hund und Katze, Heimtiere sind zumindest nicht ausdrücklich erwähnt.

Vor allem geht es hier um die Antibiotika aus der Reihe der sogenannten Fluorchinolone und Cephalosporine der 3. und 4. Generation, Wirkstoffe die in der Humanmedizin als sog. Reserveantibiotika bezeichnet werden. (Interessanterweise werden sie hier ohne Antibiogrammpflicht eingesetzt..)

Diese Antibiotika dürfen in Zukunft nur noch nach Anfertigung eines Antibiogrammes angewandt werden, und auch nur streng in dem Bereich, für den sie auch zugelassen sind. (Sog. Umwidmungsverbot)

Zwar gibt es davon Ausnahmen, doch werden wir in Zukunft deutlich häufiger Tupferproben für eine bakteriologische Untersuchungen nehmen müssen als bisher.

Dies ist leider natürlich auch mit Mehrkosten für den Tierhalter verbunden.

Ausnahmen von der Regel gibt es dann, wenn die Probennahme für das Tier nicht zumutbar ist, da sie zum Beispiel nur in Narkose erfolgen kann, das Tier aber nicht narkosefähig ist.